Männerriegenreise 2020

Schächentaler Höhenweg von der Klausenpasshöhe bis Eggberge

Text und Bilder Ruedi Walther


Am Morgen des 5. September 2020 trafen sich 16 Männerriegler zur diesjährigen Reise ins Urnerland. Wegen Corona und der damit verbundenen Maskenpflicht organisierte Walter (Schänge) Kleiner einen Kleinbus, mit dem uns Heinz Müller über den Ricken (leider wollte uns das Restaurant Waldegg keinen Kaffee servieren) auf den Urnerboden führte, wo unsere muntere Schar dann doch noch eine Zwischenverpflegung im Alpladen besorgen konnte.
Nach dieser Pause brachte uns Heinz bei schönstem Wetter auf den Klausenpass.

Wir schulterten unsere Rucksäcke und begannen unsere zweitätige Wanderung auf dem Schächentaler Höhenweg. Der Pfad führte uns auf der rechten Talseite mehr oder weniger eben unter den Schächentaler Windgällen entlang. Unsere Wandergruppe zog sich mehr und mehr in die Länge, so dass die Ankunft im bis Alpbeizli Heidmanegg gestaffelt erfolgte. Hier war Gelegenheit, sich einen Zmittag zu bestellen oder sich auf der Alpweide aus dem Rucksack zu verpflegen.
Immer wieder konnten wir die schöne Aussicht auf die andere Talseite geniessen, wo die zum Teil noch vergletscherten Gipfel vom Schärhorn, Chli- und Gross-Ruchen sowie Gross Windgällen in der klaren Luft zu bewundern waren.

Nach der Mittagsrast ging es weiter auf und ab und mit der Spitzengruppe in horrendem Tempo Richtung Weissenboden, wo unser Nachtlager reserviert war. Es zog immer mehr Bewölkung auf und es wurde kühler. Nach beinahe 4 Stunden Wanderzeit erreichten wir das Restaurant Edelweiss, wo kühles Bier oder ein spritziger Weisser mit einem Plättli auf der Terrasse den Durst und ersten Hunger stillten. Unser Chauffeur Heinz war auch schon eingetroffen, nachdem er seinen Bus an der Talstation der Seilbahn in Bürglen abgestellt hatte.

Inzwischen hatte es auch angefangen zu regnen. Wir bezogen unsere Massenschläge, wobei unser Wanderleiter streng darauf achtete, dass nur die Ü65 im Schlag Nr. 1 ihren Schlafplatz einrichteten! Die U65 mussten mit dem Schlag Nr. 2 vorlieb nehmen…
Frisch geduscht und erfrischt trafen wir uns zum Nachtessen in der Gaststube. Es gab Älplermagronen mit Apfelmus und ein feines Dessert. Der Wein wurde vom Verein gespendet, so dass niemand durstig blieb!
Nach dem Essen wurde noch eifrig gejasst. Die müden Glieder verlangten bald nach Ruhe, so dass auch die Ausdauerndsten vor Mitternacht im Schlafsack lagen.


Der nächste Morgen begrüsste uns mit dickem Nebel und mit Regen, der zum Glück nach dem Frühstück aufhörte.
Wir machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg Richtung Eggberge. Wir liessen Heinz und Werner Peter zurück, welche später zusammen nach Bürglen gingen, um den Bus ans Ziel in Flüelen zu bringen.


Nach etwa einer Stunde Wandern begann es wieder zu nieseln. Zum Glück erreichten wir kurz darauf das Alpstubli Selez, wo wir einen Zwischenhalt im Trockenen einlegen konnten. Als das Wetter etwas Nachsicht mit uns bekam, machten wir uns wieder auf die Socken, um beim Alpenkiosk Fleschsee unsere Mittagspause zu machen. Da war aber schon eine Campinggruppe, welche den verfügbaren Platz im Trockenen beanspruchte, so dass wir weiterzogen.
Nach dem steilen Abstieg nach Eggberge waren wir dann doch hungrig und steuerten zielstrebig auf das Berggasthaus Seeblick zu. Leider war uns kein Blick auf den See vergönnt, da der Nebel hartnäckig blieb.
In der Gaststube begrüsste uns die gesprächige und witzige Wirtin, der es gelang, uns zum Mittagessen mehrere Flaschen Weissen zu verkaufen. Zum Schluss gab es noch ein Schnäpsli.
Kurz nach 13 Uhr fuhren eingepfercht in die kleine Seilbahnkabine von Eggberge hinunter nach Flüelen. Das Angebot von Schänge, diesen 1000m Abstieg auch zu Fuss zu unternehmen, wurde von niemandem angenommen…

An der Talstation erwartetet uns schon Heinz mit dem Bus, den wir umgehend bestiegen. Via Axenstrasse, Brunnen, Schwyz, Sattel und Rapperswil fuhren wir direkt nach Dinhard. Da Peter Schmid den Chauffeur offenbar bestochen hatte, wurde er vorher noch direkt vor seiner Haustüre in Wiesendangen ausgeladen.
Die eine oder andere Ehefrau, Freundin oder Partnerin war wohl etwas erstaunt, dass die Männerriegler schon um 16 Uhr zu Hause waren…
Eine von Schänge Kleiner hervorragend organisierte Vereinsreise durch eine wunderschöne Landschaft am Klausenpass fand damit ihren Abschluss.